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1„Marcel, das ist ja richtige Detektivarbeit!“ 🕵️♂️
Diesen Satz sagte neulich eine Kollegin zu mir, als ich ihr meine aktuelle GEO-Analyse auf unserem Board zeigte. Ich erklärte ihr, durch wie viele unterschiedliche Prompts, Querverweise und Antwort-Variationen in verschiedenen KI-Tools ich mich händisch wühlen musste, um belastbare Muster zu erkennen.
Mein erster Gedanke nach ihrem Satz: Treffer. Genau so fühlt sich Generative Engine Optimization (GEO) aktuell an.

Machen wir uns nichts vor: Im klassischen SEO leben wir in einer sehr komfortablen Blase. Wir tippen eine Domain bei Sistrix ein und haben mit dem Sichtbarkeitsindex sofort den perfekten Tacho für unseren Erfolg vor Augen. Wir sehen auf einen Blick, ob es hoch oder runter geht.
Dazu serviert uns die Google Search Console die genauen Keywords, Impressionen und Klicks fast schon mundgerecht auf dem Silbertablett. Alles ist (größtenteils) wunderbar messbar und nachvollziehbar.
GEO hingegen fühlt sich aktuell eher an wie eine dunkle Gasse. Es gibt eben keine „ChatGPT Search Console“, die mir pünktlich am Montagmorgen einen fertigen Report ins Postfach spuckt. Und auch in der Google Search Console kann man bisher leider nicht isoliert einsehen, wie die Klicks über die AI Overviews oder den AI Mode aussehen.
Warum diese Detektivarbeit so wichtig ist, bringt eine aktuelle Studie auf den Punkt: Marken-Empfehlungen in KI-Tools wirken manchmal fast wie ausgewürfelt.
Während Google bei seinen klassischen Rankings auf harte Autoritätssignale (EEAT) und Backlinks setzt, bauen Large Language Models (LLMs) ihre Antworten auf Basis von statistischen Wahrscheinlichkeiten zusammen. Selbst der Unterschied in den Antworten zwischen den von Google generierten AI Overviews und dem dedizierten AI Mode ist teilweise riesig.
Das Ergebnis: Was heute als Top-Empfehlung der KI gilt, kann morgen nach einem kleinen Update schon wieder Geschichte sein.

Natürlich rüstet die Tool-Landschaft auf. Mit Sistrix for AI gibt es mittlerweile spannende Ansätze wie den AI Visibility Index, der versucht, die Präsenz in den generativen Antworten messbar zu machen.
Aber auch hier gilt: Traue keiner Kurve, die du nicht selbst hinterfragt hast! KI-Antworten sind extrem volatil.
Da uns die Tools noch keine final verlässlichen Antworten auf Knopfdruck liefern, heißt es für uns Marketer: Ärmel hochkrempeln und selbst ermitteln. Konkret sieht mein GEO-Alltag bei der Analyse so aus:
GEO hat natürlich extrem viele Schnittpunkte zum klassischen SEO, aber wir dürfen den Fehler nicht machen, es komplett gleich zu behandeln. Vor allem in der Analyse müssen wir völlig anders vorgehen, viel mehr interpretieren und den Output der Maschinen kritisch hinterfragen.
Das Wichtigste für mich dabei: Es macht riesigen Spaß, sich so richtig tief in die Materie reinzuknien. Es ist spannend, Falschinformationen zu entdecken, zu analysieren, woher die KI sie nimmt, und smarte Strategien zu entwickeln, wie wir sie beheben können. 🚀