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25 Jahre 11. September: Der Abend an der Tankstelle, den ich nie vergessen habe

11. September 2026 2 Min. Lesezeit Marcel Rudolph
Titelbild: 25 Jahre 11. September: Der Abend an der Tankstelle, den ich nie vergessen habe
Symbolbild, mit KI generiert. Einen weinroten Mitsubishi Lancer in genau dieser Farbe und mit dem Kennzeichen DBR - KS 396 hatte ich damals aber wirklich.

Heute sind es 25 Jahre. Ein Vierteljahrhundert seit dem 11. September 2001 – und ich merke gerade beim Schreiben, wie seltsam sich das anfühlt, weil der Tag selbst für mich kein bisschen so weit weg wirkt.

Es gibt Fragen, bei denen die Antwort sofort da ist, ohne nachzudenken. Bei manchen Menschen ist es die Mondlandung. Bei meinen Eltern der Mauerfall (ich war dort auch schon dabei, hatte aber mit meinen 8 Jahren nicht dasselbe Gefühl dazu). Bei mir und wahrscheinlich bei den meisten meiner Generation ist es der 11. September 2001.

Fragt mich, was ich letzte Woche Dienstag gemacht habe, und ich muss überlegen. Fragt mich, wo ich am 11. September 2001 war, und ich bin sofort wieder da.

Ein ganz normaler Kinoabend

Ich war 20 und mit zwei Freunden im Kino. Was genau wir gesehen haben, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr – das ist das Kuriose an dem Tag. Der Film ist komplett weg, aber alles danach ist glasklar.

Gegen 18:30 Uhr waren wir auf dem Rückweg und sind noch an einer Tankstelle vorbeigefahren. Ganz normale Sache, tanken, weiterfahren, nach Hause.
Beim Bezahlen habe ich es zum ersten Mal gehört. Irgendwas mit den Twin Towers, irgendwas mit einem Flugzeug. In diesem ersten Moment klang es fast zu absurd, um es richtig einzuordnen. Ein Flugzeug? In ein Hochhaus?

Zurück im Auto brauchte ich gar nicht viel zu erzählen. Mein Freund hatte es im selben Moment im Autoradio gehört und sagte mir praktisch dasselbe, kaum dass ich die Tür zu hatte. Zwei Quellen, eine Nachricht, und plötzlich war klar: Das ist kein Gerücht.

Der Rest der Nacht vor dem Fernseher

Den Rest des Abends und der ganzen Nacht verbrachte ich vor dem Fernseher. Ich habe N24 laufen lassen, stundenlang, und die Bilder wieder und wieder gesehen. Den ersten Turm, den zweiten Einschlag, den Einsturz. Man wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie viele Menschen betroffen waren, nur dass es viele sein mussten.

Die Nacht vor dem Röhrenfernseher: N24 Sondersendung zum 11. September 2001
Stundenlang vor dem Fernseher: Die Bilder von N24 liefen die ganze Nacht in Dauerschleife.

Es war einer dieser Abende, an denen man eigentlich schlafen gehen will und es einfach nicht schafft, weil man das Gefühl hat, gerade live dabei zu sein, wie sich etwas Grundlegendes verschiebt.

Warum dieser Tag hängen bleibt

Ich glaube, das Besondere an solchen Tagen ist nicht das Ereignis selbst, sondern wie beiläufig der Moment davor war. Kino, Tankstelle, nach Hause fahren – nichts davon deutete darauf hin, dass sich dieser Abend für immer einbrennen würde. Genau das macht es so einprägsam: der Kontrast zwischen der Normalität davor und dem, was danach kam.

Wo wart ihr an dem Tag? Ich bin mir sicher, fast jeder über 30 hat sofort ein Bild im Kopf – eine Küche, ein Klassenzimmer, ein Auto, eine Tankstelle wie bei mir.

25 Jahre sind eine lange Zeit. Lang genug, dass es inzwischen Erwachsene gibt, die den Tag nur aus Geschichtsbüchern kennen. Und trotzdem kommt es mir vor, als könnte ich morgen wieder an dieser Tankstelle stehen.

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