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Erinnerungen an Videodesign MV: Als Onkel Willi lieber mitfeiern sollte & ICQ glühte

16. September 2026 7 Min. Lesezeit Marcel Rudolph
Titelbild: Erinnerungen an Videodesign MV: Als Onkel Willi lieber mitfeiern sollte & ICQ glühte

Es gibt Momente, da wirft man über die Wayback Machine einen Blick in die eigene digitale Vergangenheit – und plötzlich steht man wieder im Jahr 2009: MiniDV-Bänder im Regal, FireWire-Kabel auf dem Schreibtisch, der DVD-Brenner surrt im Dauerbetrieb und auf dem Monitor ploppt das grüne ICQ-Blümchen auf. Herzlich willkommen zu einer kleinen Zeitreise in meine Ära als Inhaber von Videodesign MV.

Original-Logo von Videodesign MV aus dem Jahr 2009

Das originale Header-Logo von videodesign-mv.de – geschwungene Typografie, pure 2000er-Jahre-Ästhetik.

Zeitreise ins Jahr 2009: Willkommen auf Rügen bei Videodesign MV

Wer heute mein Blog liest, kennt mich vor allem durch Themen wie Suchmaschinenoptimierung (SEO), Generative Engine Optimization (GEO) und Künstliche Intelligenz. Doch in meiner Biografie gibt es ein spannendes Kapitel, das genau zwischen meiner Zeit als Redakteur für Anime-Magazine und meinem Einstieg ins professionelle Online-Marketing liegt: meine eigene Medien- und Videoproduktion auf der Insel Rügen.

Unter dem Namen „Videodesign MV“ produzierte ich ab 2007 Hochzeitsfilme, Firmenvideos, Imagefilme und Eventdokumentationen. Unser Hauptquartier lag in Putbus auf Rügen (Leopold-Spreer-Straße 8, Festnetzvorwahl 038301) – von dort aus ging es quer durch ganz Mecklenburg-Vorpommern und nicht selten deutschlandweit bis nach Berlin, Sachsen oder Schleswig-Holstein.

Wenn man sich den Snapshot von videodesign-mv.de aus dem Jahr 2009 heute ansieht, wird einem warm ums Herz. Damals war das Web noch herrlich unaufgeregt – Tabellen-Layouts, animierte Buttons und ganz viel Herzblut.

„Lassen Sie doch Onkel Willi lieber mitfeiern…“ – Die Hochzeitsfilmer-Jahre

Das Herzstück von Videodesign MV waren die Hochzeitsfilme. Mein damaliger Startseiten-Slogan brachte es direkt auf den Punkt:

„Und diese Einmaligkeit sollten Sie festhalten. Lassen Sie doch Onkel Willi, Papa Klaus oder Opa Fritz lieber in Ruhe mitfeiern und überlassen mir diesen einen, ganz besonderen Tag… Fast unbemerkt bin ich überall dabei und fange jeden Augenblick für Sie ein. Das mit einer verwackelfreien Hand, die ihresgleichen sucht, dem perfekten Blick für die richtige Kameraposition und hochauflösendem Equipment.“
Eheringe im damaligen Rosa-Rahmen

Originalbild von 2009: Das Eheringe-Motiv

Dieses quadratische Bild mit zartrosa Verlauf und Doppelherz begrüßte Brautpaare auf der Startseite. Damals galt: Je mehr Romantik im Bildrahmen, desto besser!

Hochzeiten zu filmen war ein echter Knochenjob. Wie ich schon in meinem Beitrag über meinen ersten Tag als Hochzeitsfilmer beschrieben habe, bedeutete ein Hochzeitstag oft 18 bis 20 Stunden Dauereinsatz.

Und die Technik damals? Von Speicherkarten mit Terabyte-Kapazitäten konnte man nur träumen! Gefilmt wurde auf MiniDV-Kassetten. Das hieß: Nach 60 Minuten musste blind das Band gewechselt werden – im Standesamt oder in der Kirche der absolute Adrenalinkick, denn das Ja-Wort wartet bekanntlich auf keinen Kassettenwechsel.

Die Preisstaffel: Vom Paket „Small“ bis zum 5.000-Euro-Paket

Transparenz war mir schon damals wichtig. Auf der Website waren alle Pakete sauber aufgelistet – von der kleinen Begleitung bis zur filmischen Großproduktion:

Paket Preis (2009) Leistungsumfang
Paket „Small“ 299 € 2 Stunden Anwesenheit, Schnitt zum Hauptfilm, individuell gestaltetes DVD-Menü und bedrucktes Hüllencover.
Paket „All in“ ab 599 € Längere Begleitung inkl. Highlights-Clip, Coming-Soon-Trailer und Romantik-Clip.
Paket „Extra Long“ 1.499 € Ganztagesbegleitung von den Vorbereitungen bis spät in die Nacht.
Paket „All Inclusive Double“ ab 5.000 € Zwei Kameraleute, kompletter Mitschnitt, gesamtes Rohmaterial auf Festplatte, High-End-Postproduktion und Erinnerungsbox.

Und was heute selbstverständlich als Cloud-Download bereitgestellt wird, war damals Handwerk: Jede Hochzeit bekam ein animiertes DVD-Menü mit Musikunterlegung sowie ein eigens designtes Cover für die Plastikhülle. Das Brennen und Bedrucken der Rohlinge dauerte oft Tage.

Traumhafte Ostsee-Locations: Heiraten in Mecklenburg-Vorpommern

Rügen und die Ostseeküste waren (und sind) das Hochzeitsparadies schlechthin. Auf der Unterseite „Schöne Orte zum Heiraten“ listete ich damals die exklusivsten Kulissen auf:

  • Strandtrauung in Göhren auf Rügen: Damals eine absolute Pioniertat und deutschlandweit die einzige Möglichkeit, sich direkt barfuß am Ostseestrand das Ja-Wort zu geben.
  • Seebrücke Sellin: Majestätisch über den Wellen der Ostsee.
  • Jagdschloss Granitz & Rettungsturm Binz: Traumhafte historische Kulissen mit weitem Meerblick.
  • Schloss Hasenwinkel bei Schwerin & Gut Gremmelin: Perfekt für herrschaftliche Feiern im Grünen.

Kundenstimmen, die im Gedächtnis blieben

Ein paar der echten Gästebuch-Einträge und Referenzen von 2009 zaubern mir auch heute noch ein Lächeln ins Gesicht:

Jana & Walter Schütz (Karlsruhe)

„Als wir uns unser Hochzeitsvideo angeschaut haben, kam es uns vor als sehen wir einen Spielfilm im Fernsehen, nur mit dem Unterschied dass wir die Hauptrolle spielen. Und vielen Dank dass Du so unsichtbar warst. Man hat Dich überhaupt nicht bemerkt und trotzdem warst Du überall!“

Hochzeit im Schloss Hasenwinkel
Christian & Nina Boest (Berlin)

„Um es kurz zu sagen: Einfach nur Geil! Unsere Hochzeit war wirklich wunderschön und wir können sie dank Dir immer und immer wieder neu erleben. Wir sind wahnsinnig froh, dass wir so kurzfristig noch so einen super Filmer bekommen haben!“

Hochzeit in Berlin & Neuruppin

„Bilder, die hängen bleiben!“ – Werbe- und Imagefilme

Neben den Hochzeiten baute ich den Bereich Werbe- und Imagefilm auf. Unser Versprechen damals:

„Mit einem Film über Ihr Unternehmen manifestieren sich bestimmte Bilder, Vorstellungen und Gefühle in den Zuschauern, die immer hervorgerufen werden, sobald Ihr Unternehmen genannt wird. Zusammen sorgen wir dafür, dass es genau die Bilder und Gefühle sind, für die Sie und Ihre Firma stehen.“

Ein ganz großes Verkaufsargument auf der Seite war damals der Hinweis: „Produktion in HD und 16:9“. Aus heutiger Sicht, wo jedes Smartphone 4K mit 60 FPS und HDR aufzeichnet, klingt das fast drollig – aber 2008/2009 war der Wechsel von 4:3 Röhrenfernsehern zu Breitbild-HD ein gewaltiger technischer Meilenstein!

Zu den Projekten und Drehorten gehörten unter anderem:

  • Hotelfilm Fichtelberghaus: Gedreht im Oktober 2009 im Kurort Oberwiesenthal im Erzgebirge.
  • Werbefilm Adrenalin Pur: Action-Dreh in Neustadt in Holstein (Mai 2008).
  • Bäder- & Freizeitfilme in Lübeck: Zentralbad Lübeck, Sportbad St. Lorenz, Schwimmbad Kücknitz, Freibad Moisling und Schlutup.
  • Schifffahrt & Tourismus: Imageaufnahmen für die Reederei Könemann und die Wakenitz-Schifffahrt Quandt.

Der Coup mit Mrs. Germany Elischeba Wilde

Ein echtes Highlight im Portfolio war eine exklusive Kooperation: Für Hotel- und Tourismusfilme konnte man Produktionen mit der amtierenden Mrs. Germany, Elischeba Wilde, buchen!

Auf der damaligen Sonderseite hieß es:

„Verschönern Sie Ihren Film mit der schönsten Ehefrau Deutschlands. Zeigen Sie in Ihrem hoteleigenen Imagefilm, wie sich Mrs. Elischeba Wilde im Wellnessbereich des Hotels von der stressigen Arbeit erholt oder das exklusive Essen im Restaurant genießt. Der WOW-Effekt ist garantiert. Zudem gibt es einen Blogbeitrag auf ihrer Seite mit ca. 700 Besuchern pro Tag als Bonus!“

Schon damals zeichnete sich ab, was man heute als Influencer Marketing und Content-Kooperation bezeichnet – nur eben im Jahr 2009!

Der verrückte US-Trend: „Trash the Dress“

Aus den USA schwappte damals eine neue Bewegung nach Europa: „Trash the Dress“. Die Idee? Das sündhaft teure Brautkleid nach der Hochzeit eben nicht im Kleiderschrank einmotten, sondern für ein spektakuläres Video- und Fotoshooting noch einmal anziehen.

Auf meiner Seite warb ich mit vollem Enthusiasmus dafür:

„Zerstöre dein Kleid! Sie haben sich nicht verlesen, es stimmt wirklich. Wieso auf dem Boden oder im Keller verstauben lassen? Holen Sie es wieder hervor, ziehen es an und dann ab damit in den Schlamm, ins Wasser oder zerreißen Sie es doch mit aller Kraft… Das ist doch irre, sagen Sie jetzt? Ja, ist es. Und genau das ist der Reiz daran. Ich halte alles mit der Kamera fest und schneide es mit der passenden Musik zu einem geilen kleinen Film zusammen!“

Kundenservice anno 2009: ICQ, Skype und MSN Messenger

Mein persönlicher Favorit beim Durchstöbern des Web-Archivs ist die Kontaktseite. Wer 2009 mit Videodesign MV in Kontakt treten wollte, fand dort folgenden Hinweis:

Der Hightech-Support von damals
  • ICQ: Der Klassiker für schnelle Fragen zwischendurch (wer erinnert sich noch an das legendäre „Uh-oh!“-Geräusch?).
  • Skype & MSN Messenger: Für Video-Calls und Detailabsprachen mit Brautpaaren aus ganz Deutschland.
  • AIM & Yahoo Messenger: Man wollte ja schließlich auf allen Kanälen erreichbar sein.
  • Festnetz Putbus: 038301 / 886335 (gutes altes Insel-Festnetz).

Wie Videodesign MV mein Tor zur Suchmaschinenoptimierung wurde

Man könnte sich fragen: Was hat eine Hochzeits- und Imagefilmproduktion auf Rügen mit meiner heutigen Tätigkeit als SEO- und KI-Experte zu tun?

Die Antwort lautet: Alles!

Denn als Einzelunternehmer auf einer Insel stand ich 2007 vor einer entscheidenden Frage: Wie erfahren Brautpaare aus Berlin, Hamburg oder München überhaupt, dass es mich gibt? Teure Printanzeigen in Hochzeitsmagazinen sprengten jedes Budget. Also blieb nur ein einziger Weg: Google.

Ich wollte unbedingt auf Platz 1 stehen, wenn jemand nach „Hochzeitsfilmer Rügen“, „Hochzeitsfilmer Ostsee“ oder „Imagefilm MV“ suchte. Also fing ich an, mich nächtelang durch Webmaster-Foren zu wühlen. Ich lernte HTML, bastelte an Meta-Tags, Title-Tags, internen Verlinkungen und experimentierte mit Backlinks.

Und siehe da: Es funktionierte! Die Rankings stiegen, die Anfragen prasselten über das Kontaktformular (und ICQ 😉) herein, und ich merkte plötzlich: Suchmaschinenoptimierung fasziniert mich mindestens genauso sehr wie der Videoschnitt.

So schloss sich der Kreis: Aus dem Hochzeitsfilmer mit der Videokamera in der Hand wurde über die Jahre der Online-Marketer, der Agenturen aufbaute, Websites für Millionen Besucher optimierte und heute Unternehmen dabei hilft, im Zeitalter generativer KI sichtbar zu bleiben.

Lust auf noch mehr Anekdoten aus meinem Werdegang?

Lies auch den ersten Teil meiner Reise vom Dorfkind zum Tech-Experten oder erfahre, wie mein allererster Drehtag im Sommer 2007 ablief:

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